In seiner Maßstäblichkeit und Materialität setzt das Karl-Rahner-Haus einen neuen baulichen Akzent innerhalb der heterogen Nachbarschaft von herrschaftlichen Villen, Büro- und Verwaltungsbauten. Das Gebäude, das in unmittelbarer Nähe zu Freiburgs Altstadt liegt, nimmt nun drei theologische Institute auf, die bisher an unterschiedlichen Orten untergebracht waren. Die klare Silhouette des plastisch differenzierten Baukörpers changiert in blauvioletten Farbnuancen der vorgesetzten Fassade aus stranggepressten, beim Brand individuell verformten Klinkersteinen. Kaum sichtbare Fugen gewährleisten die Hinterlüftung der Mauerwerkschale, die mit Edelstahlkonsolen geschossweise abgefangen und mit Edelstahlankern an der tragenden Stahlbetonwand rückverankert wird. Um das Mauerwerk wie eine homogene Haut durchgängig um die Ecke zu ziehen, werden an den Fensterstürzen und an den Untersichten auskragender Bauteile Betonfertigteilplatten abgehängt, die mit drei Zentimeter starken Klinkerplatten verblendet sind. Eine strenge Rhythmisierung durch regelmäßig gesetzte Öffnungen kennzeichnet den entlang des Straßenraumes liegenden Verwaltungstrakt. Dagegen prägt das Spiel von geschlossenen Flächen und großzügigen Panoramaöffnungen die Fassade des auskragenden Kopfbaus. Feine Fensterrahmen aus pulverbeschichteten, dunkelgrauen Aluminiumkantteilen setzen eine präzise Zäsur zwischen dem Element der Mauer und der Öffnung. Im Inneren verbindet ein lichtdurchflutetes, drei Stockwerke hohes Foyer, das gleichzeitig als Ausstellungshalle fungiert, die großzügigen Räumlichkeiten für Veranstaltungen mit denen des Verwaltungs- und Gästetrakts. Im Inneren prägt die feine Abstimmung zwischen den hellgrauen, gespachtelten Sichtbetonwänden und dem warmen Farbton von Eichenholz das farbliche Zusammenspiel – der Kontrast zur Körnigkeit und Haptik der im wilden Verband gemauerten Fassade wird hier wirkungsvoll in Szene gesetzt.
