Bericht: Hotel The Emperor in Peking

»May I help you? May I guide you to the restaurant?« Kein Schritt außerhalb des eigenen Zimmers bleibt unbeobachtet, vom Flur bis zum Frühstücksraum, von der Lobby bis zum Dach ist der Besucher stets von einem oder mehreren der freundlich lächelnden chinesischen Hotelmitarbeiter umringt, die trotz begrenzter Englischkenntnisse auf Schritt und Tritt ihre Hilfe anbieten: Es ist schon anstrengend (und manchmal auch ein wenig lästig), der wohl einzige Gast in der Erprobungsphase eines neuen Design-Hotels in China zu sein. Auch das Kreditkartenlesegerät scheint für das Empfangspersonal ein Buch mit sieben Siegeln, doch die obligatorische Anzahlung muss sein und dauert dann, bei ohnehin schon recht später Ankunft und trotz zahlreicher quirliger Hände, geschlagene 20 Minuten. Anschließend wird man, begleitet von kicherndem Personal, auch noch losgeschickt, sein Zimmer selbst zu suchen. Denn dieses Spiel gehört zum Ritual: Im Hotel The Emperor gibt es keine Zimmernummern, der Ankommende muss seinen Raum an Hand des grafisch abstrahierten Portraits eines historischen Kaisers auf der Magnetkarte identifizieren, das sich dann in stark vergrößerter Form auf der Zimmertür wiederfindet. Hat man aber schließlich das Ziel erreicht, wartet als Belohnung eine ebenso eigenwillig moderne wie erlebnisreiche Raumkomposition.