Transfomation eines verfallenen Baudenkmals: Hinter dem umfassend renovierten Äußeren des ehemaligen Bauernhauses in München-Riem verbergen sich zwei etwa gleich große, grundlegend verschiedene Wohnungen. Während in der südlichen Haushälfte die vorgefundene Bausubstanz - Dielenböden, Holzwände und -decken - mit all ihren historischen Spuren so weit wie möglich erhalten wurden, überrascht im ein-stigen Stall im nördlichen Hausteil ein völlig neuer Einbau: ein um 45 Grad gedrehter, auf die Kante gestellter Sichtbetonkubus, der in den Dachstuhl eingefügt ist. Beide Wohnungen überlappen sich und sind auf unterschiedliche Weise vom raumbildenden Betonkubus geprägt. In der südlichen Haushälfte sind die kleinen Stuben des Bestands erweitert um die große Wohnküche und das puristische Bad, deren schräge Decken- und Bodenflächen von den Kubuswänden gebildet werden. Im nördlichen Hausteil erstreckt sich das vom Eingang bis zum First offene Raumvolumen über unterschiedliche Ebenen bis zur Wohngalerie und den Schlaf-zimmern am Südgiebel. Die expressive Wirkung des Raumgefüges verstärken die auf wenige Grautöne reduzierte Farbgestaltung, die raffinierte Lichtführung über breite Dachflächenfenster sowie der Materialkontrast von Sichtbeton und Nadelfilz-Wandbekleidung, die auch schallabsorbierend ist.